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Schloss Solitude

Geschichte

Auf den Höhen südwestlich von Stuttgart, dem „Gerlinger Forst“, mit prachtvollem Blick ins Unterland Richtung Ludwigsburg, fand Herzog Carl Eugen den Platz für seine von ihm konzipierte „Solitude“.

Was ursprünglich als „ordentliche Sommerlustwohnung“ geplant war, wuchs in den Jahren 1764-1775 dank seiner Energie zu einem Schloss im Stil des späten Rokoko, umgeben von Prachtgärten, Orangerien, mit Festsaalbau, Kommödienbau, Reithaus und großem Marstall, mit Kavaliershäusern, Kirche und Militärakademie. Der Herzog schätzte den Platz „fern vom Getümmel und den Enttäuschungen der Welt“, wenn er während der Jagd ausruhen wollte.

Aussenansicht Schloss Solitude

Das Schloss selbst diente der Repräsentation und beherbergte die Festräume sowie die offizielle Wohnung Herzog Carl Eugens. In den an der Rückseite des Schlosses in einer geschwungenen Reihe liegenden sogenannten Kavaliersbauten waren die Wohn-, Gesellschafts-, Speise- und Gesinderäume untergebracht. Die der Zeitmode des Rokoko entsprechende Zurückgezogenheit vom pomphaften Hofleben verwirklichte der Herzog jedoch nicht. Schloss Solitude geriet in seiner Vielfalt und Dimension beinahe zur dritten Residenz. Man vergnügte sich hier mit Theater und Ballett, mit Festen und Jagden, bewunderte Feuerwerke und unternahm Ausflüge in die umliegenden Wälder.

Letztendlich waren aber wohl die aufwendige Repräsentation und der Unterhalt des Schlosses weder finanziell noch politisch tragbar. Bereits 1775 wurde die Hofhaltung auf der Solitude eingestellt. Das Schloss verwaiste und verfiel. Anfang der 60er Jahre begann das Land Baden-Württemberg eine umfassende Grundsanierung und setzte 1975-1984 die Erneuerung fort. Von 1987 bis 1990 wurden die beiden großen Kavaliersbauten saniert. Vom damaligen großen Glanz ist heute noch der Kern der Anlage mit dem Schloss, dem Officien- und Kavaliersbau sowie den Kavaliershäuschen und dem Grävenitzmuseum erhalten.

Schloss Solitude Gastronomie